Biography

DIE ELVIS PRESLEY STORY

Elvis Aaron Presley wurde am 8. Januar 1935, morgens gegen 04:30 Uhr, in dem kleinen Ort Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi geboren. Sein Zwillingsbruder, der den Namen Jesse Garon getragen hätte, wäre er am Leben geblieben, kam etwa eine halbe Stunde vor Elvis tot zur Welt.
Elvis wurde in einer schlechten Zeit - in den Nachwehen der Weltwirtschaftskrise - und in einer sehr armen Gegend - im Süden der Vereinigten Saaten geboren. Die Presleys waren gegen Mitte des 18. Jahrhunderts aus Schottland in die Neue Welt gekommen; sie stammten aus der Nähe von Aberdeen. Elvis" Mutter hingegen hatte indianisches Blut in den Adern. Vernon Presley und Gladys, geb. Smith, schlossen 1933 die Ehe; sie gehörten der First Assembly of God, einer der in Amerika sehr zahlreichen Kirchengemeinschaften, an. Hier hörte Elvis wohl auch oft die Musik, die ihn am meisten beeinflussen sollte, Gospels und Spirituals. Im Radio mag er später viel Country Music, aber auch die damals "race music" genannte Musik der schwarzen Bevölkerung gehört haben.
In seiner Schulzeit fiel Elvis nie besonders auf. Als er jedoch zehneinhalb Jahre alt war, trat er bei einem Rundfunkwettbewerb auf, sang ohne Begleitung den Countrysong "Old Shep" - er sollte eben dieses Lied elf Jahre später auch einem Studio professionell aufnehmen - und gewann den zweiten Preis, fünf Dollar und freie Benutzung aller Schaubuden und Karussells auf der Mississippi-Alabama Fair & Dairy Show. Zum elften Geburtstag schenkten ihm seine Eltern eine Gitarre, obwohl er sich ursprünglich ein Gewehr gewünscht hatte.
Im September 1948 packten die Presleys ihre Habseligkeiten zusammen und fuhren in die etwa 120 km entfernte Großstadt Memphis im Bundesstaat Tennessee, wo sie sich bessere Verdienstmöglichkeiten erhofften. Auch in den nächsten Jahren zogen sie mehrfach innerhalb von Memphis um und konnten bescheidene Verbesserungen ihrer Lebensverhältnisse erreichen. Elvis besuchte die High School und trat trotz seiner ansonsten zurückhaltenden Art bei der Schulweihnachtsfeier im Jahre 1950 mit zwei Liedern vor seinen Lehrern und Mitschülern auf.

Nach seiner Schulentlassung 1953 arbeitete Elvis zunächst in einer Werkzeugfabrik. Noch in diesem Sommer entschloß er sich, beim Memphis Recording Service, der einem gewissen Sam Phillips gehörte, eine Platte aufzunehmen. Dort konnte jedermann gegen Entgelt private Tonaufnahmen machen. Die Legende will es natürlich, daß er diese beiden Lieder, die Balladen "My Happiness" und "That"s When Your Heartaches Begin", zum Geburtstag seiner Mutter aufgenommen hat. Da dieses Fest aber schon im April gefeiert wurde, war es doch wohl eher so, daß Elvis lediglich hören wollte, wie sich seine Singstimme anhört. Tatsächlich war in früheren Biografien auch nie die Rede von einer "Geburtstagsplatte", diese Legende entstand erst später.
Der besagte Sam Phillips suchte schon seit langem nach einem weißen Sänger, der wie ein Farbiger singen konnte, war jedoch nicht anwesend, als Elvis das Studio erstmals aufsuchte. Sams Sekretärin Marion Keisker horchte auf, als sie Presley"s ungeübten Gesang hörte und schnitt einen Teil davon auf Band mit. Tatsächlich ist diese erste Platte, die lange als verschollen galt, vor einigen Jahren in Florida aufgetaucht; sie befand sich im Besitz eines Schulfreundes von Elvis, der sie der Plattenfirma zum Anfertigen einer Bandkopie zur Verfügung stellte. Im Jahre 1990 gelangte sie zur Veröffentlichung.

Nachdem Elvis Presley Anfang 1954 zwei weitere Lieder für den Privatgebrauch bei Phillips aufgenommen hatte, "I"ll Never Stand In Your Way" und "It Wouldn"t Be The Same Without You", hörten diese einige Monate nichts voneinander. Im Juni 1954 ließ Phillips einige Versuche mit einem Lied namens "Without You" machen, die jedoch offensichtlich mißlangen. Mit dem Gitarristen Scotty Moore und dem Bassisten Bill Black ging Elvis nun verschiedene Stilrichtungen durch, von den Popsongs eines Dean Martin Ö Martin war eines von Elvis" Idolen - über die Countrysongs von Hank Snow und Bill Monroe bis zu den Blues - und Rhythm & Blues-Songs schwarzer Künstler wie Billy Eckstine und Arthur Crudup. In diesem Zusammenhang stießen sie auf den Song "That"s All Right", den Crudup 1946 aufgenommen hatte. Und das war"s!
Am nächsten Tag wurde ein schneller Countrysong für die Rückseite der ersten Platte aufgenommen, "Blue Moon Of Kentucky", eine Komposition des Bluegrassmusikers Bill Monroe, und im Juli 1954 erschienen diese beiden Lieder von Elvis auf Sun 209. Der ungewöhnliche Stil kam an, obwohl viele dachten, es sei ein Schwarzer, der da singt. Im rassebewußten Süden der U.S.A. gab es eine klare Trennung zwischen Schwarz und Weiß - natürlich auch in der Musik. Elvis Presley war es, der diese Schranken als erster durchbrach und zahlreichen Schwarzen Künstlern den Weg zum Erfolg ebnete. Hierfür sind ihm heute noch viele dankbar.
Schon im August 1954 ging Elvis als Mitglied eines ganzen Trupps von Sängern auf Tournee durch den Bundesstaat Texas. Im Oktober desselben Jahres gelang es ihm, in der bekannten Rundfunksendung "Louisiana Hayride" des Senders KWKH in Shreveport/Louisiana aufzutreten, nachdem ein Versuch in der berühmten Grand Ole Opry in Nashville, dem Mekka der Country Music, einen Monat zuvor gescheitert war.
Hier, bei Louisiana Hayride, schloß er einen Vertrag, der ihn verpflichtete, jeden Samstagabend aufzutreten, an dem der Sender ihn benötigen sollte. KWKH war eine 50.000-Watt-Station, die von 100 Sendern in 13 verschiedenen Staaten im Süden der U.S.A. übernommen wurde. Das war gute Reklame für Elvis - dadurch wurde er allmählich bekannt.

Mitte 1955 interessierte sich ein Mann für Elvis, der ein halbes Jahr später seine Geschicke für den Rest seines Lebens lenken sollte, Colonel (ein Ehrentitel) Tom Parker, ein mit allen Wassern gewaschener Manager des Showbusiness, der zuvor die Countrystars Eddy Arnold und Hank Snow betreut hatte. Im Juli 1955 konnte Elvis mit seiner vierten Platte den ersten Hit auf nationaler Ebene verzeichnen: "Baby Let"s Play House" kam in die Country & Western Chart der Fachzeitschrift "Billboard" hinein.
Mittlerweile hatte Elvis einen Bühnenakt entwickelt, der vor allem die weiblichen Fans regelmäßig zur Raserei brachte. Im Oktober 1955 war es soweit, daß Elvis auf den Tourneeplakaten an erster Stelle genannt wurde. Er war nun eindeutig der Star.

Im November 1955 wurde sein Vertrag für $ 35.000 vom Plattenkonzern RCA gekauft - damals eine unglaubliche Summe. Im Januar 1956 machte Elvis die ersten Plattenaufnahmen für seine neue Firma, darunter auch "Heartbreak Hotel", das sich im Frühjahr zur Nummer 1 aller wichtigen amerikanischen Hitparaden entwickeln sollte. Ebenfalls im Januar war Elvis erstmals im Fernsehen von Küste zu Küste zu bewundern, er trat an sechs verschiedenen Abenden in der "Stage Show" auf, die von den Bandleadern Tommy und Jimmy Dorsey moderiert wurde.
Nachdem im März 1956 Elvis" erste Langspielplatte herausgekommen war und ebenfalls Platz 1 erreichte, war sein Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Es regnete in der Folgezeit Goldene Schallplatten, und am Ende des Jahres war der gerade einmal 21 Jahre alte Elvis Presley Millionär, hatte die Musikwelt auf den Kopf gestellt, sowie vielen Kritikern Anlaß zu bitterbösen Bemerkungen gegeben. Mit seinen wilden Bewegungen auf der Bühne wollte er nur davon ablenken, daß er überhaupt nicht singen könne, hieß es beispielsweise in einer Kritik.
Seine Musik war eine Mixtur aus Countryballaden, dem Rhythm & Blues der schwarzen Bevölkerung, versetzt mit Gospelelementen und reinem Blues, also eine Verschmelzung ursprünglich gegensätzlicher Richtungen. Die heißen Rhythmen nannte man Rock "n" Roll; der Diskjockey Alan Freed nahm für sich in Anspruch, diesen Terminus erfunden zu haben. Doch tatsächlich entstammen die Worte dem Slang der Schwarzen und bezeichnen Beischlafbewegungen. Wegen seiner scheinbar eindeutigen Bewegungen auf der Bühne nannte man Elvis bald "Elvis the Pelvis" (Elvis das Becken). Er selbst bezeichnete diese Einstufung als den "kindischsten Ausdruck, den ich je von einem Erwachsenen gehört habe".
Elvis hatte durch seine Fernsehauftritte die Aufmerksamkeit des bekannten Hollywoodproduzenten Hal Wallis erregt, der das Potential erahnte, das in einem künftigen Filmstar Elvis Presley stecken könnte. Er dachte dabei wohl an eine Art singenden Marlon Brando. Er ließ Elvis nach Hollywood kommen und Probeaufnahmen machen. Diese führte zu einem Vertrag über zunächst drei Filme; die Gagen lagen bei $ 100.000, 150.00 und 200.000. Als erstes wirkte Elvis in einem Schwarzweiß-Western mit dem Titel "The Reno Brothers" mit. Wegen des großen Erfolges, den Elvis mit dem bereits veröffentlichten Lied "Love Me Tender" hatte, wurde der Film in "Love Me Tender" umbenannt.
Platte und Film waren ja ideale Werbeträger auf wechselseitiger Basis. als der Film im November 1956 in New York uraufgeführt wurde, standen die Teenager vor dem Kino Schlange Ö und viele verließen es weinend. Sie konnten nicht fassen, daß ihr Idol in seiner ersten Rolle sterben mußte. Der Film wurde dann in 550 Kinos gleichzeitig gestartet und spielte innerhalb von drei Wochen seine Herstellungskosten wieder ein. Alleine in der ersten Woche waren es ca. $ 540.00 Ö ein Novum selbst im sensationsgewohnten Hollywood.

Ende 1956 standen zehn Lieder von Elvis Presley gleichzeitig in der wichtigsten Hitparade, den "Top 100" (später "Hot 100") des Musikfachblattes "Billboard". In diesem Jahr wurden über zehn Millionen Platten von Elvis verkauft, hinzu kamen die Einnahmen aus Film, Fernsehen und den Bühnenauftritten.
Elvis drehte bis 1958 drei weitere Filme, darunter seinen ersten Farbfilm, "Loving You". Für diesen Film ließ er sich erstmals die Haare schwarz färben, weil er davon überzeugt war, die erfolgreichen männlichen Filmstars seien alle dunkelhaarig gewesen. Nicht von ungefähr war der junge Tony Curtis in den frühen fünfziger Jahren eines der Leinwandidole von Elvis. Er hatte schwarze Haare und zeigte schon den Ansatz des später von Elvis stärker herausgestellten "duck tail", des Entenschwanzes, also des am Hinterkopf gegeneinander gekämmten Haares. Das Image des Rebellen, das wohl etwa ab Mitte des Jahres 1956 stärker betont wurde - übrigens mehr von Manager Parker als von Elvis selbst - wurde durch die dunklen Haare unterstrichen, die ihm ein finsteres Aussehen verliehen. Der Colonel gab Elvis in dieser Zeit angeblich den Rat nie zu lächeln, weil das den Mädchen gefiele.
Nach den Dreharbeiten zu "Loving You" kehrte Elvis Mitte März 1957 nach Memphis zurück und kaufte im vornehmen Vorort Whitehaven für $ 100.000 die 23-Zimmer-Villa Graceland.

Anfang April gab er eines seiner wenigen Konzerte im Ausland, in Kanada, das vom Nachbarn U.S.A. gar nicht so recht als Ausland angesehen wird. Elvis gastierte in Toronto und Ottawa - am 31. August sollte er noch in Vancouver auftreten, im November folgten mehrere Konzerte auf den Hawaii-Inseln, die damals noch nicht zu den U.S.A. gehörten - das blieben die einzigen öffentlichen Auftritte von Elvis Presley außerhalb der Vereinigten Staaten.

Nach den Dreharbeiten zu seinem vierten Film, "King Creole", der künstlerisch bis dahin am meisten hergab, mußte Elvis am 24. März 1958 zur Armee einrücken, nachdem man ihm bereits einen mehrwöchigen Aufschub gewährt hatte, um diesen Film fertigstellen zu können. Er leistete seine Grundausbildung in Texas ab und wurde am 1. Oktober 1958 nach Deutschland versetzt. Noch während er in Texas seine Grundausbildung absolvierte, erkrankte seine Mutter und mußte ins Krankenhaus nach Memphis. Am 14. August 1958 starb sie an Hepatitis - ein großer Verlust für Elvis, über den er nie ganz hinwegkommen sollte.

In Deutschland wohnte Elvis - nach drei kurzen Hotelaufenthalten - im hessischen Bad Nauheim, Goethestr. 14. Seine Dienstzeit leistete er in den Ray Barracks im nur fünf Kilometer entfernten Friedberg ab. Während dieser 17 Monate, die er unfreiwillig als Soldat in Deutschland verbrachte, reiste er zweimal nach Paris, hielt sich mehrmals in Frankfurt und in München auf, wo er mit der Schauspielerin Vera Tschechowa ausging. Armeemanöver führten ihn nach Grafenwöhr, in den südlichen Schwarzwald und an die tschechische Grenze. Und das war"s auch schon. Elvis Presley ließ die Gelegenheit aus, sich ausgiebig in Europa umzusehen - er sollte nie wieder hierher zurückkehren.
In Deutschland lernte er auch seine spätere Ehefrau, die damals erst 14 Jahre Offizierstochter Priscilla Beaulien, kennen.
Im Januar 1960 wurde Elvis Presley zum Sergeant befördert, am 2. März verließ er Deutschland. Nach einer Zwischenlandung in Schottland betrat er am 3. März 1960 wieder amerikanischen Boden. Während der Pressekonferenz, die er kurz nach der Landung gab, teilte Colonel Parker der Presse mit, daß sein Schützling im Jahre 1959 zwar 1,9 Millionen Dollar verdient, aber 91 % Steuern an den Staat entrichtet habe.
Während seiner Armeezeit erschienen weiterhin Platten von Elvis, die im Archiv gelegen hatten, sein Erfolg hielt auch während seiner zweijährigen Abwesenheit an.

Elvis spielte sofort nach seiner Entlassung aus der Armee neue Platten ein, die in eine neue Richtung wiesen. Der Rock "n" Roll schien der Vergangenheit anzugehören, das machte vor allem die Adaption des neapolitanischen Liedes "O Sole Mio" deutlich, das von Elvis nahezu operntenorhaft gesungene "It"s Now Or Never", das sich mit weltweit 28 Millionen verkauften Exemplaren ["The Book Of Golden Discs"] zum größten Hit seiner Karriere entwickelte.
Für Aufregung sorgte sein erster Fernsehauftritt nach seiner Rückkehr, er sang in der "Frank Sinatra Timex Show" die zwei Lieder seiner neuen Single und mit Sinatra ein Lied im Duett, ein weiteres Zeichen dafür, daß er nun als etabliert galt.
Wie in seiner Musik schien Elvis nun auch in seinen Filmen leisere Töne anzuschlagen. "G.I. Blues", der erste Film nach seiner Rückkehr, sollte lose seine Erlebnisse als Soldat in Deutschland nachempfinden, so wie Hollywood sich das vorstellte. Es entstand zwar ein akzeptabler Film, doch er war weit entfernt von dem Image, das Filme wie "Loving You" oder "Jailhouse Rock" geprägt hatte.
Doch vorerst warf die nächste Rolle das alles wieder über den Haufen. In dem harten Western "Flaming Star" spielte Elvis das Halbblut Pacer Burton, eine Rolle, die ursprünglich für Marlon Brando vorgesehen war. Regie führte Don Siegel, der später durch seine Arbeiten mit Clint Eastwood sehr populär wurde, aber auch schon in den fünfziger Jahren durch aktionsgeladene Kriminalfilme von sich reden gemacht hatte.
und auch die nächste Rolle, die des jungen Glenn Tyler in dem anspruchsvollen Streifen, "Wild In The Country", verlangte Elvis einiges an schauspielerischem Können ab. Dieses mit einer guten Story und psychoanalytischen Ansätzen versehene Melodrama beschreibt die typischen Verhältnisse in einer amerikanischen Kleinstadt und erinnert dabei an "Peyton Place" von 1957, einen Film mit einem ähnlichen Thema.
Im Januar 1961 unterzeichnete Elvis einen Fünfjahresvertrag mit Filmproduzent Hal Willis, in dem er sich verpflichtete, pro Jahr einen Film für Wallis zu drehen; es wurden sogar sechs Filme daraus.

Einen Monat darauf trat er erstmals nach seiner Militärzeit wieder live auf: am 25. Februar gab er zwei Konzerte im Ellis Auditorium in seiner Heimatstadt Memphis, denen eine Pressekonferenz vorausgegangen war. Elvis brachte viele seiner alten Hits aus den fünfziger Jahren, aber auch seine neueste Aufnahme, "Surrender", eine Adaption des italienischen Liedes "Torna A Sorrento". Die Einnahmen von rund $ 55.000 wurden für wohltätige Zwecke gestiftet.
Bis zu diesem Datum hatte Elvis Presley Tonträger im Wert von 76 Millionen Dollar umgesetzt. RCA-Chef Marek überreichte ihm als Anerkennung eine mit Diamanten besetzte Uhr. Eine weitere Ehrung erfuhr er am 8. März 1961, als er in Nashville vor dem Parlament von Tennessee sprechen durfte und dann seine Ernennung zum Ehrenoberst entgegennahm.
Einen Monat später, am 25. März, absolvierte Elvis in Honolulu auf Hawaii seinen letzten Liveauftritt, bevor er 1969 zur Bühne zurückkehrte. Der Erlös von $ 62.000 wurde dem Arizona Memorial Fund zur Verfügung gestellt, der zu Ehren der am 7. Dezember 1941 beim Angriff auf Pearl Harbor getöteten Soldaten des Schlachtschiffs "Arizona" ein Denkmal errichtete.
Unmittelbar darauf begannen die Dreharbeiten zu Elvis" nächstem Film, "Blue Hawaii", in dem er nicht weniger als 14 Lieder sang. Dieser Film spielte fünf Millionen Dollar ein, die gleichnamige RCA-Langspielplatte wurde über zehn Millionen mal verkauft und stand 20 Wochen lang auf Platz 1 der LP-Hitparade.

In den nächsten Jahren drehte Elvis pro Jahr zwei bis drei Filme, die an den Kinokassen zwar sehr viel Geld einspielten, Elvis künstlerisch - von einigen Ausnahmen abgesehen - jedoch nur wenig abverlangten. Und zu fast jedem Film gab es die entsprechende Langspielplatte, die ebenfalls reißenden Absatz fand. Elvis war in dieser Zeit kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen, zog sich in seine Villen in Memphis und Beverly Hills zurück, umgeben von einer Freundesclique, die man bald "Memphis Mafia" nannte.
Er machte erst wieder Schlagzeilen, als er im Mai 1967 Priscilla Beaulien heiratete, die er 1959 in Deutschland kennengelernt hatte. Genau neun Monate später wurde die gemeinsame Tochter Lisa Marie geboren.

Doch 1968 gab es spürbare Veränderungen, was die Karriere betraf. Im Dezember wurde eine einstündige Fernsehshow ausgestrahlt, die einen Elvis zeigte, der in einen schwarzen Lederanzug gekleidet war und seine Hits aus den fünfziger Jahren sang. Dabei legte er eine Dynamik an den Tag, die keiner mehr von ihm erwartet hatte. Das Schlußlied der Show, "If I Can Dream", wird zu seinem größten musikalischen Erfolg der letzten drei Jahre und erreichte Platz 12 der Charts. Auch die Soundtrack-LP der Show kommt unter die ersten zehn.

Anfang 1969 spielt er sodann in den American Studios in seiner Heimatstadt Memphis über 30 neue Lieder ein, darunter die späteren Superhits "In The Ghetto", "Don"t Cry Daddy" und "Suspicious Minds". Auch die Langspielplatte "FROM ELVIS IN MEMPHIS", die neben "In The Ghetto" weitere elf Lieder aus diesen Sessions enthält, kann als Meilenstein in Presleys Karriere bezeichnet werden. Er singt wieder kraftvollen Blues und moderne Countrysongs.

Das alles führte noch im selben Jahr zu seiner Rückkehr auf die Bühne. In Las Vegas trat er im neu erbauten International Hotel (später Hilton) erstmals seit acht Jahren wieder vor Publikum auf, das Haar länger als je zuvor und stimmlich besser den je. Elvis war mittlerweile zum König des Entertainment avanciert; er sang aktuelle Lieder von Neil Diamond, den Beatles, die ihn Mitte der sechziger Jahre ziemlich in den Hintergrund gedrängt hatten, Simon & Garfunkel und interpretierte sie so, als seien sie für ihn geschrieben worden.
Zeitungsberichten zufolge erhielt er $ 100.000 Gage pro Woche; die Gesamteinnahmen dieses ersten, vier Wochen dauernden, Engagements lagen bei mehr als 1,5 Millionen Dollar.
Elvis ging auch wieder auf Tournee. In dieser Zeit entstanden zwei Dokumentarfilme, die den Elvis der siebziger Jahre zeigten: "Elvis Ö That"s The Way It Is" und "Elvis On Tour". Im Herbst 1970 konnte man im "Hollywood Reporter" lesen: "Elvis ist heute vielleicht der einzige Künstler, der genug Leute in die Kinos bringt, um das Geld wieder einzuspielen, das eine Dokumentation über sich selbst gekostet hat."

Im Januar 1973 wird sein einstündiges Konzert aus Hawaii live in fernöstliche Länder übertragen. Hier gab es Einschaltquoten, die zum Teil über 90% lagen. In den folgenden Wochen wurde diese Show unter dem Namen "Aloha From Hawaii Via Satellite" auch in über 30 europäische Ländern und in den U.S.A. gezeigt. Über eine Milliarde Menschen erlebten dieses Konzert am Bildschirm, wenn auch nicht zur gleichen Zeit. Elvis schrieb damit ein Stück Fernsehgeschichte.
Nachdem sich seine Frau Priscilla 1972 von ihm getrennt hatte, und nachdem im Oktober 1973 die Scheidung der Ehe erfolgt war, ging es mit Elvis" Gesundheit bergab. Er hatte ohnehin einige Krankheiten von der Seite seiner Mutter geerbt, so eine der Leber, die Neigung zur Vollleibigkeit, die durch übermäßig lange Speicherung von Flüssigkeit im Körper herrührte. Dazu kam natürlich sein ruheloser Lebenswandel, die anstrengenden Tourneen und die Neigung, gegen und für alles Tabletten zu nehmen - und das alles im Übermaß.
Außerdem war da natürlich die Situation, in der sich jeder Star vom Status eines Elvis Presley befindet, ein Leben im goldenen Käfig, das durch konsequente Abschirmung des Privatlebens erzwungen wird. Er konnte nicht auf die Straße, ins Kino oder in ein Geschäft gehen, ohne sofort von einer Menschenmenge umlagert zu sein. Mit 21 war Elvis bereits Millionär und ein Weltstar, also bestand ja nie die Möglichkeit richtig erwachsen zu werden und auch keine Notwendigkeit, denn rein äußerlich war ja alles im Überfluß vorhanden. Aber vielleicht zerbrach er gerade daran, daß es irgendwann keine Herausforderung mehr gab.
Bei der Scheidung hatte Priscilla 1973 angegeben, daß Elvis im Monat $ 200.000 verdiene. Ende 1974 wurde bekannt, daß er im Jahr 7,2 Millionen Dollar eingenommen hatte, wovon alleine 6 Millionen Dollar von den Live-Auftritten stammten.

In seinem Schicksalsjahr 1977 unterschrieb Elvis mit der Fernsehgesellschaft CBS einen Vertrag für einen weiteren Fernsehauftritt. Am 19., 20. und 21. Juni wurden seine Auftritte während einer Tournee gefilmt. Gesendet wurde diese Show unter dem Titel "Elvis In Concert" allerdings erst nach seinem Tod. Und erst hier erkannte das Publikum, wie krank er aussah. Zwar wirkte seine Stimme kraftvoll wie immer, doch beim Sprechen waren Probleme mit der Atmung zu erkennen. Am 26. Juni 1977 gab Elvis Presley in Indianapolis das letzte Konzert seines Lebens.

Schließlich raste am 16. August 1977 wie eine Schockwelle die Nachricht um die Welt, daß Elvis Presley tot sei. Dadurch schnellten die Plattenverkäufe abermals in die Höhe. Waren zu seinen Lebzeiten rund 600 Millionen Tonträger mit seiner Stimme verkauft worden, so kamen in den nächsten Monaten über 200 Millionen hinzu. Inzwischen sind es ca. 1,6 Milliarden - dies macht Elvis Presley zum unumstrittenen Ersten in der Branche, wozu natürlich auch der Umstand beiträgt, daß mittlerweile 80 Gold-, 43 Platin- und 19 Multiplatin-Verleihungen durch die RIAA für Verkäufe alleine in den U.S.A. erfolgt sind. Diese führende Rolle als der am meisten ausgezeichnete Künstler aller Zeiten macht es natürlich legitim, daß die Plattenfirma RCA das Jahr 1999 dazu nutzt, Elvis als "Artist Of The Century" herauszustellen und dies mit einer ganzen Reihe von Neuveröffentlichungen feiert.

Durch seine Musik, aber auch durch einige seiner Filme, hat Elvis Presley sich ein Denkmal in der Geschichte der modernen Unterhaltungsindustrie gesetzt, das noch lange Zeit alles überragen wird, was vor ihm war oder nach ihm kommen wird.

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